Wer mich kennt der weiß, ich stehe auf alles Düstere. Außerdem werden die Tage kälter und kürzer, dann steigt bei mir immer die Lust auf ein Videospiel. Daher kam mit der Third Person Titel Batman – Arkham Asylum aus dem Hause Rocksteady gerade recht. Schon seit dem Erscheinungstag stand das Game bei mir auf der to-play-Liste, vor ein paar Tagen habe ich’s mir dann also gegönnt und innerhalb einer Woche durchgespielt.
Ich muss schon sagen, es wurde nicht zuviel versprochen. Ich hatte jedenfalls durchweg meinen Spass. Anfangs hatte ich noch Bedenken, da sich das gesamte Spiel lediglich auf die “Nervenheilanstalt” Arkham konzentriert. Man darf also nicht durch die Straßen von Gotham City streifen. Letztendlich ist das aber keinesfalls ein Manko. Denn besonders die Innenräme der Anstalt sind liebevoll gestaltet und versprühen eine ähnliche Noir-Atmosphäre wie damals in Bioshock. Unter der Haube steckt übrigens die Unreal 3 Engine. Die gebotene Optik ist daher gehobenes Mittelmaß, abgesehen vom dunklen Ritter selbst. Der sieht, wie auch die übrigen Charaktermodelle, klasse aus!
Die von mir gespielte Playstation 3-Version leidete, wie so viele andere Multiplattform-Titel auch, unter mittelstarkem Tearing. Dafür konnte ich keinerlei Slowdowns (außer einer ruckelnden Eröffnungs-Videosequenz) ausmachen. Weiterhin wird auf der PS3 zwingend eine Installation von ca. 1.3 GB vorrausgesetzt. Dagegen habe ich ja grundsätzlich nichts. Aber warum dann dennoch nach jedem Ableben der Fledermaus einige Sekunden lang das Ladesymbol erscheint und man eine Zwangspause einlegen muß, ist unverständlich und sehr nervig.
Das war er aber auch schon mit meiner Kritik. Der Rest ist einfach phantastisch. In der Regel beschäftigt man sich damit, den Weg zum Erzfeind Joker zu finden, der mit einem Geniestreich die gesamte Anstalt unter seine Kontrolle gebracht hat.

Immer wieder hört man Jokers Stimme über die anstaltseigenen Lautsprecher. Doch nicht nur dessen Pläne müssen von dunklen Ritter vereitelt werden. Weiterhin sind nämlich auch viele andere Feinde Batmans in Arkham interniert, die nun durch Jokers Übernahme wieder freien Fußes in der Anstalt ihr Unwesen treiben können.
Zur Story kann man nur sagen: Filmreif! Wer hätte gedacht, daß ein recht kleines Studio wie Rocksteady so etwas großes auf die Beine stellt? Von Titeln solch großer Franchises ist man ja eher schlechtes gewohnt. Aber hier passt alles. Im Verlauf des Spiels wird der Spannungsbogen immer weiter in die Höhe getrieben, erzählt in sehr coolen Zwischensequenzen. Die Deutsche Vertonung trägt enorm zur “echten” Batman-Atmosphäre bei, da es sich bei den deutschen Sprechern fast ausnahmslos um recht bekannte Stimmen aus vielen Movies handelt, so z.B. David Nathan, die Synchronstimme von Christian Bale oder Johnny Deep. Dazu gesellt sich eine Musikalische Untermalung auf sehr hohem Niveau, die sich vor keinem Blockbuster zu verstecken braucht.
Überwiegend besteht das Gameplay aus Kletterpassagen, Stealth-Einlagen und natürlich vielen Handgemängeln inklusive Bosskämpfe. Kurz gesagt, wir sind BATMAN! Daher nutzen wir natürlich etliche Gadgets von Wayne Industries, die nach und nach im Spielverlauf freigeschaltet werden. So kann man z.B. einige der überall im Spiel versteckten Riddler-Trophäen anfangs nicht einsammeln, da noch das dazu nötige “Hilfswerkzeug” fehlt.
Gleiches betrifft Batmans Nahkampfkunst. Diese verbessert sich stetig durch die im Spiel erworbenen Erfahrungspunkte. Hat man nämlich genug davon gesammelt, darf man eines von 20 Updates wählen. Darunter die schon erwähnen Kampfverbesserungen aber auch einige der Gadgets können verbessert bzw. erweitert werden. So wirbelt Batman zum Ende des Spieles nahezu durch die Gegner. Die sogenannte Freflow-Kampf-Engine setzt das Ganze sehr spektakulär in Szene und generell ist das Kampfsystem recht schnell zu erlernen.
Hat man die Story beendet, kann man sich noch an den Herausvorderungs-Modus wagen. Hier beschränkt sich das Handeln auf sehr kleine Bereiche (meistens nur ein Raum) bereits bekannter Arkham-Areale. Man muss Aufgaben bewältigen wie z.B. “Betäube möglichst viele Gegner, ohne selbst getroffen zu werden…” oder “schalte möglichst viele Gegner im Stealth-Modus aus…” Dafür gibt’s dann Punkte in einem Globalen Rankingsystem. Als netten Zusatz dürfen wir Playstation3-Fanboys exclusiv auch als Joker den Herausvorderungs-Modus spielen.
Bin jetzt mittlerweile durch, wie dem Post-Titel ja zu entnehmen ist. Allerdings steht mein Spielfortschritt lesdiglich bei 70%. Das heißt, es gibt noch einige Rätsel zu lösen, Trophäen oder Tonbänder zu finden. Dafür gibt es nämlich die noch nicht erwähnten Belohnungen wie Charakterbiographien oder Figuren zum ansehen. Die freispielbaren Biographien betreffen übrigens auch im Spiel nicht vorkommende Bekanntheiten wie etwa Catwomen oder TwoFace. Ich denke, ich werde auf jeden Fall nochmal versuchen, alle Trophäen zu finden und Riddler-Rätsel zu lösen.
Wer also Lust hat, mal etwas anderes als einen Ego Shooter zu spielen und auch nur im entfernesten mit einem Superhelden-Universum etwas anfangen kann, wird mit Batman – Arkham Asylum sicher für ca. 10 Stunden seinen Spaß haben, exclusive Herausvorderungsmodus.
Ein wirklich guter Titel, den ich reinen Gewissens empfehlen kann!
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Sehr schön geschriebenes Review Carsten!
Dieser Titel steht auch auf meiner Liste der noch zu Spielenden Titel…
Mal sehen wann es bei mir soweit ist.
Jedenfalls werde ich diesen Titel nicht vergessen…zu spielen…bald!