Spielzeug für Erwachsene - Mein neues Asus N10E
Geschrieben von Carsten in Hardware, Review
Es gibt wieder ein Lebenszeichen in diesem Blog von mir. Die vergangenen drei Wochen verbrachte ich auf einer kurzfristig angesetzten Dienstreise in Portugal. Laut Buchungsbestätigung bot meine Residenz auch Internet-Zugang auf allen Zimmern an. Da ich bisher keinen mobilen Computer besessen hatte und die scheinbare Möglichkeit für günstiges Skypen nach Deutschland bestand, kam mir die Idee, mir für den Aufenthalt eines dieser kleinen Netbooks zu erstehen.
Viel Zeit zur Wahl meines Favoriten hatte ich nicht, weshalb auch ein Kauf im Internet nicht in Frage kam. Ich habe mich also bei den hier ansässigen E-Discountern und im Fachhandel umgesehen und schliesslich für einen Exoten entschieden. Das Asus N10E. Das 10,2″ Netbook im 11″ Gehäuse ist in Europa nicht einmal ein volles Jahr erhältlich und schon ein Auslaufmodell. Daher habe ich auch “nur” 333 Euro investieren müssen. Offiziell bezeichnet der Hersteller das N10 als Subnotebook, die verbaute Hardware spricht allerdings eine andere Sprache.
Hier findet man die in Netbooks übliche Intel Atom N270 CPU & den dazugehörigen VIA Chipsatz, OnBoard Grafik ebenfalls von Intel, 1Gb Ram und eine 160 Gb Festplatte von Seagate. Also alles bewährter Netbook-Standard. Anschluss-mäßig findet man 3x USB, 10/100/1000 Fast Ethernet, VGA, Mic In, Audio Out (wahlweise per S/PDIF) und den obligatorischen Kensington Lock. Einen Cardreader gibts auch, ebenfalls einen Expresscard-Slot. Letzterer bietet sich auch als “Lager” für SD Karten an. Fein! WLAN-technisch ist ein Atheros-Adapter verbaut, dieser unterstützt allerdings nicht den schnellen N-draft Standard, sollte aber zumindest zuhause (DSL 2000) ausreichend sein. Bluetooth ist beim N10E ebenfalls an Board.
Als eines der wenigen Netbooks verfügt das N10 über Marken-Lautsprecher, in diesem Fall von Altec Lansing. Ob diese wirklich besser klingen als z.B. die der EEE Pcs, vermag ich nicht zu beurteilen. Für mich ist der Sound im Höhenbereich ganz ok, Bass gibt es technisch bedingt aber natürlich nicht. Schliesst man allerdings hochwertige Kopfhörer an, klingt der Soundchip von Realtek doch recht ordentlich und kann recht gut mit meinem Sony NWZ Mp3 Player mithalten.
Das Asus N10 besitzt ein 10,2″ Glossy Display. Hier gibt es verständlicherweise Anlass zur Kritik. Wer schonmal versucht hat, mit einem nicht enspiegelten Display, der Mittagssonne im Rücken und auf einer Parkbank sitzend einen Wordpress Artikel zu verfassen, weiss was ich meine. Daher ist ganz klar: Ein Outdoor-Netbook ist das N10 sicher nicht! Indoor begeistert das Display dafür allerdings mit brillianten Farben, einem relativ hohen Kontrast und einem doch wirklich guten Schwarzwert. Ich habe mir das Netbook hauptsächlich für alles gekauft, wofür man keinen Desktop PC benötigt. Gemütlich auf dem Sofa surfen oder eben unterwegs in Hotels, was bei mir in Zunkuft wohl öfter vorkommen wird.
Der Rahmen des Displays ist übrigens auch hochglänzend, was Fingerabdrücke natürlich anzieht. Auch der Displaydeckel und der Rest des Gehäuses ist stark glänzend, allerdings sind diese Flächen dank der Champangerfarbe weniger anfällig für hässliche Grabschspuren. Der Deckel verfügt links und rechts über recht breite Rahmen, daß N10 steckt nämlich in einem 11″ Gehäuse, da Asus hier eine “echte” Notebook Tastatur verwendet. Diese ist etwa 10mm breiter als die der EEE Pcs aus gleichem Hause. Ich habe verglichen und mir gefällt diese einfach besser, es tippt sich ergonomischer und fühlt sich hochwertiger an. Gleiches gilt für das Touchpad. Von allen Netbooks die ich getestet hatte (Asus EEE Pc, Samsung NC10, MSI Wind) gefiel mir dieses am besten. Eine wirklich glatte Oberfläche, vertikale-& horizontale Scrollbereiche und zwei “echte” Buttons die ein angenehmes Fedback geben halfen bei der Kaufentscheidung.
Unterwegs sorgt ein 4600 mAh 6-Zellen Akkumulator für den nötigen Saft. Im Idle Betrieb ohne WLan und mittlerer Displayhelligkeit reicht das ungefähr für 7 Stunden, mit WLAN komme ich auf ca. 5,5 Stunden. Für mich ein noch ausreichender Wert. Für ausschliesslichen Outdoor-Gebrauch gibt es mittlerweile jedoch leistungstärkere Alternativen.
Erwähnenswert wäre noch ExpressGate, sozusagen ein Mini-Betriebssystem für das schnelle erledigen kleinerer Arbeiten für die kein Windows erforderlich ist. ExpressGate basiert auf Linux Splashtop und unterstützt z.B. Skype, Firefox, diverse Messenger, Mediaplayer oder Fotosoftware. ExpressGate ist im Bios intergriert und daher blitzschnell gestartet und greift lediglich auf die wirklich benötigte Hardware zu. Die Festplatte bleibt aussen vor. Als Speichermedium kommen unter ExpressGate ausschliesslich SD-Karten oder USB-Sticks zum Einsatz.
Zur Performance muss man nicht viel sagen, es sollten keine großen Unterschiede zu anderen Geräten aus der N270-Klasse bestehen. Zum surfen, SD-Video gucken, Musikhören usw.reicht die Rechenleistung auf jeden Fall. Auch Corel Paintshop läuft recht gut, allerdings denke ich speziell hier noch über ein RAM Update auf 2 Gb nach. Die Festplatte scheint auch eine recht schnelle zu sein, sie ist auch das einzige, was sich des öfteren mal akkustisch bemerkbar macht. Der CPU Lüfter springt nur selten an und ich war schliesslich mit dem Netbook in Portugal und es war seeehr warm, glaubt mir. Jedenfalls habe ich den Lüfter nie als störend empfunden.
Achja, Internet gab’s in Portugal nur in der Lobby und das für 5 Teuros! pro Stunde! Wieder zurück in DE habe ich mir schleunigst nen WLan-Router besorgt (bislang war hier alles kabelgebunden) und somit beginne ich mittlerweile immer mehr damit, mein Asus schätzen und lieben zu lernen.



